Close-up of a handcrafted Damascene mosaic tray, showing wood and mother-of-pearl inlay patterns

Was ist damaszener Mosaik? Der komplette Guide

Jedes Stück von Damascus Box beginnt auf die gleiche Weise: dünne Holzstreifen, ein paar Splitter Perlmutt und Hände, die bereit sind, Stunden in einen einzigen Deckel zu investieren. Wer sich schon einmal gefragt hat, was damaszener Mosaik eigentlich ist – das Handwerk, die Materialien, die Geometrie – findet hier die ausführliche Antwort, direkt aus den Werkstätten von Damaskus.

Was ist damaszener Mosaik?

Damaszener Mosaik – auf Arabisch al-mouzaïek al-dimashqi – ist eine Holzeinlegetechnik aus Damaskus, Syrien, bei der dünne Streifen aus Naturholz und Perlmutt zu geometrischen Mustern verarbeitet und bündig in Schachteln, Möbel und Dekorstücke eingelegt werden. Die Handwerker verkleben Stäbchen aus unterschiedlich gefärbtem Holz zu Bündeln, schneiden sie in hauchdünne Scheiben und legen die entstehenden Muster von Hand ein – ohne Farbe, ohne Druck, nur mit der natürlichen Farbe und Maserung des Holzes. Aus der Ferne wirkt das Ergebnis wie reine Geometrie, aus der Nähe erkennt man Hunderte einzeln geschnittener Teile. Kein Stück gleicht dem anderen, denn kein Bündel wird genau gleich geschnitten.

Damaszener Mosaik aus Holz und Perlmutt, in der Technik, die im Damaskus des 19. Jahrhunderts entstand

Woher kommt das Handwerk?

Das Handwerk geht zurück auf Gergi Albittar, einen damaszener Tischler, geboren 1840 im Viertel Bab Touma in der Altstadt von Damaskus. Um 1860 eröffnete er die Werkstatt, in der er erstmals Walnuss, Zitrone, Rosenholz, Eukalyptus und Olive mit Knochen, Elfenbein und Perlmutt einlegte – die Technik, die zum damaszener Mosaik wurde. Seine Möbelstücke reisten zu Ausstellungen nach Wien (1891) und Paris (1892), und 1895 fertigte er ein Set für Sultan Abdülhamid II. Er ließ die Technik nie patentieren; er wollte, dass sie in Damaskus bleibt, von Hand zu Hand weitergegeben. Mehr als ein Jahrhundert später ist das immer noch so – lesen Sie die Geschichte von Abu Boutros, einem der Meister, die das Handwerk bis heute am Leben halten.

Welche Materialien machen es so unverwechselbar?

Jedes Stück damaszener Mosaik besteht aus fünf Hölzern – Walnuss, Rosenholz, Zitrone, Buche und Eukalyptus –, ausgewählt wegen ihrer natürlichen Farbpalette von hellem Zitronengelb bis fast schwarzer Walnuss, sodass das Muster ganz ohne Farbe oder Lasur auskommt. Perlmutt, von Hand geschnitten und eingesetzt, sorgt für die blassen, leicht schimmernden Akzente, die auf einem fertigen Deckel oder Panel das Licht einfangen. Jeder Streifen wird einzeln geschnitten, mit Dutzenden anderen zu einem Bündel verklebt und in dünne Scheiben geschnitten – sodass jede Schicht des fertigen Musters dieselben fünf Materialien trägt, nur jedes Mal anders angeordnet. Es ist Geduld, die man in den Händen halten kann.

Nahaufnahme von Perlmutt-Einlagen, von Hand geschnitten und in ein damaszener Mosaikkästchen eingesetzt

Wie entsteht die Geometrie?

Die Sterne, Sechsecke und ineinander verschlungenen Linien, die damaszener Mosaik ausmachen, werden nicht gezeichnet oder gestanzt – sie entstehen aus dem Bündeln selbst. Ein Handwerker ordnet Dutzende Stäbchen aus Holz und Perlmutt um einen Kern an, verklebt das Bündel fest und schneidet es in Hunderte dünner Scheiben, von denen jede ein Querschnitt desselben Musters ist. Diese Scheiben werden Kante an Kante in einen Deckel oder ein Panel eingelegt, wiederholt und gespiegelt, bis sich die Geometrie schließt – dieselbe Logik, die man in den achtzackigen Sternen der Architektur von Damaskus wiederfindet: Ordnung, aufgebaut aus vielen kleinen, gleichen Teilen, eine Scheibe nach der anderen.

Warum zählt es heute noch?

Damaszener Mosaik überlebt heute in einer Handvoll unabhängiger Familienwerkstätten in Damaskus, jede geführt von einem Handwerker, der das Handwerk auf dieselbe Weise gelernt hat wie einst die Lehrlinge von Gergi Albittar – durch Zusehen, Wiederholen und schließlich die Übernahme der Werkbank. Viele dieser Meister sind in ihren Achtzigern oder Neunzigern, und nur wenige junge Damaszener entscheiden sich, bei ihnen in die Lehre zu gehen. Jedes fertige Stück – nummeriert, signiert und mit eigenem Echtheitszertifikat verschickt – ist ein kleines Stück Absicherung gegen ein Handwerk, das zu verschwinden droht.

Abu Boutros, ein Meisterhandwerker, der damaszenes Mosaik-Inlay noch heute in seiner Werkstatt in Damaskus praktiziert

Entdecken Sie die Kollektion der Mosaikschachteln von Damascus Box und sehen Sie die aktuellen Stücke – jedes handgefertigt mit Leidenschaft und so viel Geduld von einem echten Handwerker in Damaskus.

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