Wie eine damaszener Mosaikschachtel entsteht
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Eine fertige damaszener Mosaikschachtel wirkt mühelos – glänzend, präzise, vollkommen symmetrisch. Was sich hinter diesem Finish verbirgt, sind Wochen wiederholter, akribischer Handarbeit. Hier ist, was zwischen einem Brett Walnussholz und einem fertigen Deckel tatsächlich passiert – so, wie Abu Boutros und die anderen Meister aus Damaskus ihren eigenen Prozess beschreiben.
Schritt eins: Holz auswählen und schneiden
Jedes Stück beginnt mit Stäbchen – dünnen, geraden Streifen aus Walnuss, Rosenholz, Zitrone, Buche und Eukalyptus, jedes geschätzt für seine natürliche Farbe, nicht für eine Beize oder Farbe. Ein Handwerker wählt Hölzer für ein Muster so, wie ein Maler seine Farben wählt: helles Zitronengelb für die hellen Punkte, fast schwarze Walnuss für die Tiefe, Rosenholz und Buche für die Zwischentöne. Nichts wird nachträglich gefärbt. Die gesamte Farbpalette des fertigen Stücks entscheidet sich in dem Moment, in dem das Holz geschnitten wird – deshalb ergeben auch keine zwei Stämme derselben Art je genau dasselbe Ergebnis.
Schritt zwei: das Muster bündeln
Dutzende Stäbchen – oft mit dünnen Streifen aus Perlmutt dazwischen – werden von Hand um einen gemeinsamen Kern angeordnet und zu einem einzigen, festen Bündel verklebt. Dieses Bündel ist der gesamte Querschnitt einer sich wiederholenden Einheit des fertigen Musters, komprimiert auf einen Block, den man mit zwei Händen halten kann. „Wir schneiden jedes Teil einzeln, kleben es, rollen es, schneiden es wieder“, so beschreibt Abu Boutros diesen Schritt. Das Bündel richtig hinzubekommen ist der Teil, der Jahrzehnte braucht, um ihn zu erlernen: Ein Bruchteil eines Millimeters Abweichung wirft hier jede folgende Scheibe aus der Bahn.
Schritt drei: schneiden und einlegen
Sobald der Leim vollständig ausgehärtet ist, wird das Bündel quer in Hunderte hauchdünner Abschnitte geschnitten – jeder ein identischer Querschnitt desselben Musters, fast wie eine damaszener Version von Zuckerstangen. Diese Scheiben sind es, die tatsächlich eingelegt werden: Kante an Kante über die Oberfläche eines Deckels, eines Tabletts oder eines Panels gesetzt, dann wiederholt und gespiegelt, bis sich die Geometrie zu einem fertigen Muster schließt. In diesem Schritt hört das Muster auf, nur eine Idee im Bündel zu sein, und wird zu einem Objekt, das man in Händen halten kann.
Schritt vier: schleifen, polieren, fertigstellen
Die eingelegte Oberfläche wird glattgeschliffen, bis Holz und Perlmutt perfekt bündig aufeinandertreffen, und anschließend mit al-bardakha behandelt, der traditionellen damaszener Poliermethode, die den natürlichen Glanz beider Materialien hervorbringt, ohne sie unter schwerem Lack zu verstecken. Erst nachdem das Panel fertig ist, wird die eigentliche Schachtel – Scharniere, Innenfutter, Schloss, falls vorhanden – darum herum gebaut und angepasst, nicht umgekehrt.
Warum es immer noch so lange dauert
Keiner dieser Schritte wurde in den Werkstätten, mit denen Damascus Box arbeitet, durch Maschinen verkürzt. Jedes Stäbchen wird noch immer nach Augenmaß geschnitten, jedes Bündel noch immer von Hand verklebt, jede Scheibe noch immer einzeln eingelegt. Ein einziger Schachteldeckel kann Tage der Arbeitszeit eines Handwerkers darstellen, bevor er je ein Regal erreicht – auch deshalb erhält jedes fertige Stück ein eigenes, nummeriertes Echtheitszertifikat: ein Nachweis echter Stunden aus einer echten Werkstatt, keiner Fließbandproduktion.
Entdecken Sie die fertigen Ergebnisse in der Mosaikschachteln-Kollektion von Damascus Box, oder beginnen Sie von vorn mit unserem Leitfaden darüber, was damaszener Mosaik eigentlich ist.